„Tour de Photo“ am Odilienberg im Elsass

„Tour de Photo“ am Odilienberg im Elsass

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„Tour de Photo“ am Odilienberg im Elsass – Eine FotoWanderung im Elsass auf alten Pilgerwegen zum Kloster Mont Ste-Odile, entlang der „Heidenmauer“, zu dem Gedenkplatz einer Flugzeugkatastrophe und zur Ruine der Burg Dreistein.

„Tour de Photo“ am Odilienberg im Elsass

Gestartet wird in Ottrott südlich von Strasbourg an der Kirche. Von hier geht ein alter, teilweise noch gepflasteter Pilgerweg „Sentier des Pèlerins“ durch alte Wälder und beeindruckende Felsformationen steil bergan zum Kloster Mont Ste-Odile.

„Tour de Photo“ am Odilienberg im Elsass

Man folgt der Beschilderung mit dem gelben Kreuz. Unterwegs wird der Wanderer daran erinnert, dass er nur noch 2294 km bis Santiago de Compostela zu laufen hat.

„Tour de Photo“ am Odilienberg im Elsass

Das Kloster wurde im 7.Jahrhundert von Odilia, einer Tochter des fränkischen Herzogs Eticho, als Frauenkloster gegründet. Der Ort und der Berg wurden später nach der Klostergründerin und Schutzpatronin des Elsass benannt. Heute ist es der bedeutendste Wallfahrtsort in der Region. In der Kapelle kann man den Odilia-Sarkophag anschauen, die Außenanlagen laden bei schönem Wetter zum Entspannen und Verweilen ein. Eine weltweit einzigartige Sonnenuhr aus dem 18.Jahrhundert zeigt neben der örtlichen auch Zeiten aus verschiedenen Regionen der Erde. Eine lateinische Inschrift im Wappen besagt „Du gehst vorwärts, so wie der weichende Schatten unsere Stunden anzeigt. Wir sind nur Staub und Schatten.“

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Von hier folgt man dem gelben X entlang der Heidenmauer „Mur Paϊen“ zum Maennelstein. Die mehr als 10km lange Schutzmauer führt rund um die Abhänge des Berges. Noch immer ist nicht geklärt von wem und wann und warum dieses frühgeschichtliche Monument gebaut wurde. Man weiß, dass sie bis zu 4 Meter hoch und teilweise 1,80 Meter breit war. Verbunden wurden die ca. 300.000 Blöcke mit Eichenholzklammern, für diese wurden in die polygonalen Buntsandsteinquader Vertiefungen eingearbeitet. Es ist anzunehmen, dass diese Anlage bereits in früher Zeit ein Heiligtum schützen sollte, denn eine Besiedlung dürfte auf Grund von fehlenden Quellen und der Wasserarmut im 118ha großen Areal auszuschließen sein.

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Am Maennelstein lädt ein Felsplateau zum Verweilen, Meditieren, Kraft tanken ein und bei Sonne kann man die Eidechsen beobachten, welche in der Wärme aktiv sind.

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Weiter auf dem Weg entlang der Heidenmauer gelangt man zu einer Gedenkstätte an der 1992 ein Airbus A320 der Air Inter am 20.Januar mit 96 Menschen an Bord abstürzte. Ein Steward und acht Passagiere überlebten die Katastrophe. Im Landeanflug auf Strasbourg flog die Maschine zu niedrig und zu weit links. Das Flugzeug zerschellte in dichtem Schneetreiben am Berg La Bloss nahe des Odilienbergs. Als Absturzursache kam damals die unübersichtliche Anordnung der Bedienungsschalter in Betracht, weshalb die Piloten zu einem fehlerhaften Manöver verleitet wurden.

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Weiter geht es an der „Mur Paϊen“ auf schönem Waldweg, rot-weiß-rot markiert, in Richtung der Burgruine Dreistein, deren Name dem Umstand abgeleitet ist, dass die Burg ab dem 12. Jahrhundert unter Kaiser Friedrich Barbarossa zum Schutz des nahen Klosters auf drei Felsen erbaut wurde. Nachdem Brände im 16.Jahrhundert Ste-Odile zerstörten und die Nonnen vertrieben wurden, wurde Burg Dreistein aufgegeben und die Gemäuer verfielen.

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Ein Abstecher auf den Mont Hohenbourg, man folgt dem gelben Dreieck nach rechts, führt zu einem fantastischen Ausblick in die Rheinebene. Man sieht in der Ferne den Schwarzwald und im Vordergrund Obernai, mit der Brauerei Kronenbourg, die Weinberge rund um Bernardswiller und St.Nabor.

Ein steiler Weg führt bergab, vorbei am Maison Forestiére Rathsamhausen und den Burgruinen Les Châteaux d´Ottrott, leider wegen Einsturzgefahr nicht zu besichtigen, nach ca. 20 km in Richtung Ausgangspunkt in Ottrott.

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